Immobilieninvestments & Blockchain

von Fabian Fuhrmann, BSc

Das Thema Bitcoin und Blockchain kommt seit einigen Jahren immer wieder auf. Ob wegen Kursschwankungen oder zukunftsweisender Innovation – Kryptowährungen sind in aller Munde.

Was verbirgt sich aber wirklich hinter dieser Technologie und welchen Wert könnte die Immobilienwirtschaft daraus ziehen?

Bitcoin und andere Kryptowährungen sind sogenannte P2P (Peer-to-Peer) Zahlungssysteme. Das bedeutet, dass Zahlungen ohne eine Bank oder sonstige Institutionen zwischen zwei Personen abgewickelt werden können. Jeder Teilnehmer kann sich also sicher sein, dass sein Account niemals gesperrt oder vorübergehend nicht erreichbar ist. Erstellt ein Benutzer eine neue Transaktion, gelangt diese nach erfolgreicher Verifikation in eine dezentrale Datenbank („Blockchain“), mit der sämtliche Transaktionen bis hin zur ursprünglichen Emission, von jedem nachvollzogen werden können. Betrug, Fälschung und Systemfehler sind damit ausgeschlossen.

Fabian Fuhrmann, BSc
dc-solutions.at

Aber nicht nur der Transfer von fiktiven Währungen und digitalen Gütern kann damit abgebildet werden. Gerade der Immobiliensektor wird zukünftig maßgeblich von dieser Technologie profitieren: Anteile einer Immobile werden „tokenisiert“, das heißt, dass der Eigentümer nicht zwangsläufig im Grundbuch eingetragen werden muss, sondern durch seine Anzahl an Token (Coins) der jeweiligen Immobile zugeordnet wird. Zu Beginn wird also eine festgelegte Anzahl an Anteilen (z. B. 1000 Anteile/Token) über einen sogenannten „Smart Contract“ emittiert. Ein Token repräsentiert danach einen Teil (z. B. 1/1000 ≙ 0,001%) des Gesamtwertes.

Käufer können sich nun an der Immobile beteiligen und bekommen nach abgeschlossener Zahlung den Anteil ihrer Wertanlage in Token (z. B. 150 Token ≙ 15%) ausbezahlt. Da die Anzahl an Token in der Blockchain abgebildet ist, kann die Verwaltung von Anlageobjekten fast zur Gänze digitalisiert und automatisiert werden, was eine rasche und unkomplizierte Abwicklung ermöglicht.

Abgesehen davon können auch Generalversammlungen oder sonstige Abstimmungen zukünftig digital abgehalten werden. Der Ausgang einer Abstimmung ist damit im Nachhinein nicht mehr veränderbar und kann jeder Zeit nachgeprüft/abgefragt werden. Damit ist der Gang zum Notar in den meisten Fällen nicht mehr notwendig.

Digitalisierung/Tokenisierung von Immobilien mag heute noch ein wenig wie Science-Fiction klingen. Jedoch ist die erfolgreiche Umsetzung mittlerweile zum Greifen nahe.

Fabian Fuhrmann hat 2020 gemeinsam mit wohninvest-Geschäftsführer Gerold Pinter die Digital Contract Soluctions GmbH gegründet, die unter anderem an Lösungen für die Umsetzung von Immobilieninvestitionen mittels Blockchain arbeitet.